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Woran du merkst, dass du nur noch funktionierst

3. Sept.
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Sept.

Es gibt keinen bestimmten Tag, an dem es passiert. Kein Ereignis, das man später als Wendepunkt benennen könnte. Es schleicht sich ein, zwischen zwei Terminen, mitten in einer ganz normalen Woche: das Gefühl, dass du zwar alles am Laufen hältst, aber selbst irgendwo auf der Strecke geblieben bist.


Vier Anzeichen, die mir in Gesprächen mit vielbeschäftigten Menschen immer wieder begegnen.




Du hakst ab, aber das Gefühl von Fortschritt bleibt aus

Die Liste wird kürzer, der Posteingang leerer, das Projekt fertig. Und trotzdem stellt sich selten das Gefühl ein, das man eigentlich erwarten würde. Erledigt ist nicht dasselbe wie erfüllt. Wenn dieser Unterschied zur Gewohnheit wird, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.


Du triffst Entscheidungen aus Gewohnheit, nicht aus Überzeugung

Der nächste Schritt ergibt sich meistens von selbst: aus dem, was ansteht, was erwartet wird, was schon immer so war. Das ist bequem und in einem vollen Alltag oft schlicht notwendig. Die Frage ist nur, wie viele dieser Entscheidungen du zuletzt bewusst getroffen hast und wie viele einfach passiert sind.


Du bist für alle da, ausser für dich selbst

Viel Verantwortung zu haben bedeutet oft, dass andere sich auf dich verlassen: Kolleginnen und Kollegen, das Team, die Familie. Das gehört für viele ganz selbstverständlich zum Leben. Auffällig wird es erst, wenn die eigenen Bedürfnisse dabei regelmässig ganz nach hinten rücken.


Du kannst sagen, was von dir erwartet wird, aber nicht mehr genau, was du selbst willst

Das ist vermutlich das leiseste der vier Anzeichen und deshalb das, an dem man am längsten vorbeigeht. Erwartungen, Rollen und Aufgaben lassen sich benennen, oft bis ins Detail. Die eigene Richtung dagegen verschwimmt, wenn man sie zu lange nicht mehr befragt hat.


Warum das so leise passiert

Keines dieser vier Anzeichen ist für sich genommen dramatisch. Genau das macht sie tückisch. Wer viel Verantwortung trägt, hat selten den einen grossen Moment, der zum Innehalten zwingt. Stattdessen gibt es hundert kleine, berechtigte Gründe, warum gerade jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist, sich mit der eigenen Richtung zu beschäftigen. Bis daraus ein Jahr wird. Oder mehrere.

Gerade wer gut funktioniert, bemerkt oft lange nicht, dass die eigene Entwicklung dabei weniger Raum bekommt. Wer zuverlässig liefert, wird gebraucht, bekommt mehr Verantwortung, funktioniert weiter. Der Haken dabei: Funktionieren und sich entwickeln sind zwei unterschiedliche Dinge. Das eine schliesst das andere jedoch nicht automatisch mit ein.


Ein erster Schritt zurück zu dir

Keines der vier Anzeichen lässt sich mit einer einzelnen Erkenntnis auflösen, und das ist auch nicht der Anspruch dieses Beitrags. Aber ein ehrlicher erster Schritt beginnt oft mit ein paar guten Fragen, nicht mit einem neuen Vorsatz.

Falls du dich in dem einen oder anderen Punkt wiedererkannt hast, habe ich drei Reflexionsfragen zusammengestellt, die sich in etwa zehn Minuten beantworten lassen. Die Fragen geben dir einen ersten Einblick in die Art der Reflexion, auf der das Growth Journal aufbaut. Kein Programm, kein System. Nur ein ruhiger Moment, bevor der Tag wieder losgeht.


Hier gibt's die drei Fragen als PDF – kostenlos zum Herunterladen.

 
 
 

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